Freibeträge und Freigrenzen für nebenberuflich ehrenamtliche Tätigkeiten für das Kalenderjahr 2018

Ohne den Großteil der Bevölkerung, die einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehen, würde der soziale Sektor schnell an seine Grenzen kommen. Um das soziale Engagement und somit das Ehrenamt weiter zu fördern, hat die Politik diverse Anreize geschaffen (z.B. steuerliche Vorteile).
Da nicht jedes Ehrenamt unentgeltlich ausgeführt wird, sondern mit einer sog. Aufwandsentschädigung vergütet wird, kommt man schnell zu steuerpflichtigen Einnahmen, die jedoch durch die nachfolgenden Pauschalen steuerfrei gestellt werden sollen.

Pauschalen für Ehrenämter
Wird im Rahmen eines Ehrenamts eine Entschädigung für die freiwillig geleistete Arbeit gezahlt, so fallen bis 720€ pro Jahr keine Sozialabgaben und Steuern an. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass das ausgeübte Ehrenamt eine nebenberufliche Tätigkeit mit einem geringeren Zeitaufwand wie der Hauptberuf (max. 1/3 des Zeitaufwandes) verbunden sein muss. Weiterhin muss diese ehrenamtliche  (gemeinnützige/mildtätige) Tätigkeit an eine öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Organisation erbracht werden.

Übungsleiterpauschale
Wird das Ehrenamt im Rahmen von pädagogische Zwecke ausgeübt (z.B. Erzieher, Betreuer, etc.), so wird hier eine sog. Übungsleiterpauschale i.H.v. 2.400€/Jahr gewährt. Um diese Pauschale zu erhalten gilt auch hier, dass es sich um eine nebenberufliche Tätigkeit mit geringerem Zeitaufwand handeln muss. Hier können jedoch, sofern diese nicht im Rahmen einer Entschädigung gezahlt wurden, auch tatsächliche Werbungskosten geltend gemacht werden (z.B. Fahrt-/Reisekosten, Verpflegungsmehraufwendungen, etc.).
Diese Pauschalen werden jedoch nur einmal im Jahr für ein Ehrenamt gewährt. Beträgt die Aufwandsentschädigung nach Abzug der Pauschale bzw. der Werbungskosten weniger als 256€ (Freigrenze), so bleibt diese komplett steuerlich unberücksichtigt.

Betreuerfreibetrag
Wird man vom Amtsgericht als Betreuer für Minderjährige, Menschen mit Behinderung, etc. eingesetzt, so kann dieser anstelle einer pauschale Aufwandsentschädigung i.H.v. 399€ den Betreuerfreibetrag i.H.v. 2.400€ in Anspruch nehmen.

Ehrenamt bei Minijobbern oder Rentnern
Gehen Minijobber einem Ehrenamt nach, so kann die Aufwandsentschädigung entweder blockweise monatlich ausgezahlt oder das monatl. Minijobgehalt aufgestockt werden (max. 200€/Monat = 2.400€ Übungsleiterpauschale oder max. 60€/Monat = 720€ Ehrenamtspauschale).
Rentner, die nebenbei noch einer ehrenamtlichen Pflege nachgehen, können diese Pflegezeit bei der Rentenversicherung als Beitragszeit anrechnen lassen. Hierfür muss die zu pflegende Person mindestens Pflegestufe 2 haben, mind. 2 Tage pro Woche (mind. 10 Std.) und mind. 2 Monate im Jahr gepflegt/betreut werden.

Ehrenamt ohne Aufwandsentschädigung
Geht man einem Ehrenamt nach und verzichtet auf Entschädigungen jeglicher Art oder spendet die Entschädigung der auszahlenden Organisation zurück, so bekommt man eine Spendenbescheinigung ausgestellt, die als Sonderausgabe in der Steuererklärung abziehbar ist.


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