Änderungen im Lohnbereich ab 2022

Folgende Änderungen bringt das Jahr 2022 für den Lohnbereich: 

 

1. Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)
2. Erhöhte Angabepflichten von Minijobbern
3. Neue Rechengrößen für Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie für Kranken- und          Pflegeversicherung ab 2022
4. Stufenweise Erhöhung des Mindestlohns
5. Steuerfreie Corona-Prämie von max. 1.500 EUR bis zum 31.03.2022 auszahlbar
6. Betriebliche Altersvorsorge – Prüfung der Versorgungszusagen und Versorgungsordnung
7. Erhöhung der Sachbezugsgrenze von 44 EUR auf 50 EUR
8. Gutscheinkarten für Mitarbeiter – Ende der Übergangsregelung zum 31.12.2021

 

Zu 1.: Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)

Arbeitgeber sollen künftig digital über den Beginn und die Dauer einer Arbeitsunfähigkeit des gesetzlich versicherten Arbeitnehmers informiert werden. Aus diesem Grund wird das Konzept der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) eingeführt.

Seit dem 1.10.2021 haben Arztpraxen die Möglichkeit, Krankmeldungen digital an die Krankenkassen der Mitarbeiter zu übermitteln. Die elektronische Übermittlung wird grundsätzlich zum 01.01.2022 verpflichtend. Jedoch wurde bereits eine Übergangsfrist eingeräumt, sodass bis zum 30.06.2022 Krankschreibungen noch in Papierform für die Krankenkassen ausgestellt werden können.

Die digitale Weiterleitung der Arbeitsunfähigkeitsdaten von der Krankenkasse an den Arbeitgeber soll ab dem 01.07.2022 verpflichtend eingeführt werden. Hierfür wird ab dem 01.01.2022 zunächst eine Pilotphase gestartet.

 

Zu 2.: Erhöhte Angabepflichten von Minijobbern

Mit dem 7. Änderungsgesetz SGB IV wurde festgelegt, dass DEÜV-Entgeltmeldungen für geringfügig entlohnte Beschäftigte künftig die Steuer-ID des Arbeitnehmers beinhalten müssen. Dies gilt für alle DEÜV-Meldungen, die ab dem 01.01.2022 übermittelt werden. Bitte teilen Sie uns deshalb die Steuer-ID ihrer Minijobber mit, damit die Datenübermittlung durchgeführt werden kann.

Außerdem sind für das künftige Modell der elektronischem Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) die gesetzlichen Krankenversicherungen der Minijobber abzufragen und anzugeben.

 

Zu 3.: Neue Rechengrößen für Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie für                   Kranken- und Pflegeversicherung ab 2022

Zum 01.01.2022 werden die Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherung angehoben. Es sind dann folgende Rechengrößen und Grenzwerte zu beachten:

Kranken- und Pflegeversicherung:  ab 2022 mtl. 4.837,50 EUR (wie bisher)

Renten- und Arbeitslosenversicherung: ab 2022 mtl. 7.050,00 EUR (bisher: 7.100 EUR)

 

Zu 4.: Stufenweise Erhöhung des Mindestlohns

Bitte beachten Sie, dass im Jahr 2022 der Mindestlohn erneut stufenweise angehoben wird, und zwar wie folgt:

Zum 01.01.2022: auf   9,82 EUR brutto je h (Erhöhung um 2,3 %)

Zum 01.07.2022: auf 10,45 EUR brutto je h (Erhöhung um 6,4 %)

 

Zu 5.: Steuerfreie Corona-Prämie von max. 1.500 EUR bis zum 31.03.2022
          auszahlbar

Die Frist zur lohnsteuerfreien Zahlung eines Corona Bonus an Mitarbeiter bis zu einer Höhe von max. 1.500 EUR je Mitarbeiter wurde bis zum 31.03.2022 verlängert! 

Wie bisher ist es jedoch notwendig, dass eine Dokumentation zum Grund der Corona-Betroffenheit erfolgen muss. Außerdem ist der Bonus zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn zu erbringen; die Steuerbefreiung ist somit insbesondere im Rahmen von einem Gehaltsverzicht oder von Gehaltsumwandlungen ausgeschlossen.

 

Zu 6.: Betriebliche Altersvorsorge – Prüfung der Versorgungszusagen und                           Versorgungsordnung

Auf Basis des Betriebsrentenstärkungsgesetztes ist der Arbeitgeber ab dem 01.01.2022 für betrieblichen Altersversorgungen verpflichtet, 15 % des umgewandelten Entgelts zusätzlich als Arbeitgeberzuschuss zu zahlen, soweit er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart. Dies gilt für neu abgeschlossene sowie für Bestandsverträge.

Die Verpflichtung besteht jedoch nur bei Zahlungen an 

einen Pensionsfond,

eine Pensionskasse oder

eine Direktversicherung.

Bitte prüfen Sie, inwieweit die von Ihnen erteilten Versorgungszusagen oder bestehenden Versorgungsordnungen den gesetzlichen Neuanforderungen entsprechen. Bei Fragen zu den von Ihnen abgeschlossenen Verträgen wenden Sie sich bitte an das entsprechende Versicherungsunternehmen.

 

Zu 7.: Erhöhung der Sachbezugsgrenze von 44 EUR auf 50 EUR

Lohnsteuerfreie Sachbezüge an Mitarbeiter waren bisher bis zur Grenze von 44 Euro im Monat steuerfrei. Ab 2022 steigt die Freigrenze auf 50 Euro im Monat. Voraussetzung zur Steuerfreiheit ist jedoch, dass die Bezüge zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden.

So können Mitarbeiter künftig bis zu 50 Euro steuerfreie Sachbezugsleistungen pro Monat von Ihrem Arbeitgeber gewährt bekommen. Die Freigrenze gilt für die gesamten Sachbezugsleistungen, unabhängig davon, ob sie als Sachgeschenk, Gutschein oder über eine Sachbezugskarte ausgegeben werden. In der Praxis werden als Beispiel häufig monatliche Benzingutscheine oder betriebliche Krankenzusatzversicherungen zur Mitarbeiterbindung gewährt. 

 

Zu 8.: Gutscheinkarten für Mitarbeiter – Ende der Übergangsregelung zum                           31.12.2021

Für Gutscheinkarten als steuerfreie Sachbezüge wurden mit Beginn des Jahres 2020 Verschärfungen eingeführt. Die Gutscheine müssen seither grundsätzlich bestimmte Anforderungen erfüllen, um als steuerfreier Sachbezug anerkannt zu werden. Jedoch wurde eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2021 eingeräumt, sodass nun mit Beginn des Jahres 2022 die verschärften Anforderungen zwingend zu beachten sind.

Nach Auslaufen der Übergangsfrist gelten ab dem Jahr 2022 gemäß der gesetzlichen Regelung nur Gutscheine und Geldkarten als Sachbezug, die ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen und die die Kriterien des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG) erfüllen. Danach sind drei verschiedene Kategorien erlaubt:

Limitierte Netze: Hierunter fallen Gutscheinkarten von Einkaufsläden,                                Einzelhandelsketten oder regionale City-Cards.

Limitierte Produktpalette: Hierunter fallen zum Beispiel Tankkarten ("Alles, was das          Auto bewegt"), Gutscheinkarten für einen Buchladen, Beauty- oder Fitnesskarten sowie          Kinokarten.

Instrumente zu steuerlichen und sozialen Zwecken: Hierzu gehören zum Beispiel          Essensmarken.

Bitte prüfen Sie, ob die von Ihnen an die Arbeitnehmer gewährten Gutscheinkarten oder ähnliches der Neudefinition entsprechen.

 

Sollten Sie weitere Fragen haben, so kommen Sie gerne auf uns zu!

Klinger & Partner, Ihre Steuerberater in Reichelsheim und Bad König

Wir beraten Sie gerne und vorausschauend!