Ab wann das Finanzamt an einer Betriebsveranstaltung teilnimmt…

Vor dem Jahr 2015 galt für Betriebsveranstaltungen eine sogenannte Freigrenze von 110 Euro. So war bei Übersteigen dieser Freigrenze der komplette Aufwand für die Betriebsveranstaltung steuerpflichtiger Arbeitslohn. Seit 2015 ist diese Freigrenze in einen Freibetrag umgewandelt worden. Zwar ist es bei dem gleichen Betrag in Höhe von 110 Euro geblieben, jedoch bringt das eine Menge Veränderung mit sich. Durch ein Überschreiten des 110 Euro Freibetrages gilt nur der diesen Freibetrag übersteigenden Betrag als steuerpflichtiger Arbeitslohn, wodurch die steuerliche Belastung deutlich kleiner ausfällt.
Werden bei einer Betriebs Veranstaltung  3.000 Euro für die Verpflegung und Unterhaltung von 20 Arbeitnehmern aufgewendet, so wurden bisher 150 Euro pro Arbeitnehmer dem steuerpflichtigen Arbeitslohn hinzugerechnet. Durch die o. g. Änderung wird in diesem Fall der Freibetrag i. H. v. 110 EUR von den entstandenen Kosten abgezogen. Somit werden dem steuerpflichtigen Arbeitslohn nur noch die übrigen Kosten von 40 Euro zugeordnet.

Es sind alle Aufwendungen des Arbeitgebers (einschließlich der Umsatzsteuer) für die Durchführung einer Betriebsveranstaltung sind zu berücksichtigen. Zuwendungen anlässlich einer Betriebsveranstaltung sind insbesondere Speisen, Getränke, Tabakwaren, Süßigkeiten, Übernahme von Übernachtungs- und Fahrtkosten (steuerfreie Reisekostenerstattungen sind jedoch zulässig). Weiterhin zählen Musik, künstlerische Darbietungen sowie Eintrittskarten für kulturelle und sportliche Veranstaltungen auch zu den anrechenbaren Aufwendungen für Betriebsveranstaltungen. Geschenke sind Geschenke, die ohne Höchstgrenze und von beliebigem Wert in die Berechnung des Freibetrags einzubeziehen sind. Übersteigt das Geschenk den Freibetrag, so kann die Pauschalbesteuerung in Anspruch genommen werden. Anzurechnen sind auch Barzuwendungen und Aufwendungen für Beleuchtung, Eventmanager, Stornokosten, Trinkgelder, etc.

Nachteil dieser Gesetzesänderung ist jedoch, dass alle Zusatzkosten rund um die Feier in die Berechnung des geldwerten Vorteils einbezogen werden. Grundsätzlich ist es nun unerheblich, ob Kosten einem einzelnen Mitarbeiter individuell zuzurechnen sind. Auch Kosten für ein „Rahmenprogramm“, wie z.B. Fahrtkosten, Miete für Räume (nicht jedoch Selbstkosten für Räume im eigenen Betrieb), Kosten für Begleitungen, etc. sind zu berücksichtigen.

Um zu prüfen, ob sich die Zuwendungen des Arbeitsgebers im Rahmen des Freibetrags befinden, müssen die relevanten Aufwendungen auf alle  anwesenden Teilnehmer aufgeteilt werden. Die Anzahl der eingeladenen Personen ist hierbei unerheblich. . Für Begleitpersonen wird jedoch kein weiterer Freibetrag von 110 Euro gewährt, wodurch eine Zurechnung des auf die Begleitpersonen entfallenden Anteils auf den Arbeitnehmer erfolgt.

Durch die Änderung der Freigrenze in einen Freibetrag fällt die steuerliche Belastung bei übersteigen dieses Freibetrages kleiner aus, jedoch werden auch mehr Aufwendungen in die Ermittlung des geldwerten Vorteils berücksichtigt.

Ein Informationsvideo bezüglich des Themas „Betriebsveranstaltungen“ steht auf unserer Homepage http://www.klinger-steuer.de/news-info-downloads/news-steuer-wirtschaft-recht/ für Sie zum Abruf bereit. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Frohe Weihnachten und ein erfolgreiches neues Jahr wünscht Ihnen das Team von
Klinger & Partner Steuerberater mbB