Neue Hilfen und steuerliche Möglichkeiten in der Corona-Krise

Auf Grund des Corona-Virus und den Einschränkungen für die Wirtschaft sind sehr viele Unternehmen unmittelbar oder zeitversetzt von den wirtschaftlichen Folgen betroffen. Insbesondere folgende Hilfen und steuerliche Möglichkeiten stehen betroffenen Unternehmen zur Entlastung neu zur Verfügung, insbesondere durch das neue Konjunkturpaket (Stand 04.06.2020):

Senkung der Umsatzsteuersätze befristet vom 01.07.2020 bis zum 31.12.2020 von 19% auf 16% und von 7% auf 5% & Senkung der Umsatzsteuer für die Gastronomiebranche auf die Abgabe von Speisen von 19% auf den ermäßigten
USt-Satz von 7% (5% bis Ende 2020) für einen befristeten Zeitraum vom 01.07.2020 bis zum 30.06.2021


Sofern Sie hiervon betroffen sind, bitten wir zu beachten, dass Ihre Kassen- und Faktura-Systeme entsprechend zum 01.07.2020 umzustellen bzw. neu zu programmieren sind. Zur Abgrenzung welche Rechnungen um den Stichtag 01. Juli 2020 herum noch mit 19% und welche schon mit 16% (bzw. noch 7% oder schon 5%) zu fakturieren sind, wird es auf den Leistungszeitpunkt ankommen. 

 

Neuer Zuschuss – Programm für Überbrückungshilfen bis 31.08.2020!


Die neue Überbrückungshilfe wird für die Monate Juni bis August gewährt. Sie gilt branchenübergreifend, wobei der Fokus aber auf bestimmten Branchen liegen soll wie dem Hotel- und Gaststättengewerbe, Reisebüros und Messeveranstalter. Antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsätze Corona-bedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 50 % fortdauern. Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind die Monate November und Dezember 2019 heranzuziehen. Erstattet werden bis zu 50 % der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 % gegenüber Vorjahresmonat. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % können bis zu 80 % der fixen Betriebskosten erstattet werden. Der maximale Erstattungsbetrag beträgt 150.000 Euro für drei Monate. Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten soll der Erstattungsbetrag 9.000 Euro, bei Unternehmen bis 10 Beschäftigten 15.000 Euro nur in begründeten Ausnahmefällen übersteigen. Überzahlungen sind zu erstatten. Die Antragsfristen enden jeweils spätestens am 31.8.2020 und die Auszahlungsfristen am 30.11.2020. Das Volumen des Programms ist begrenzt auf max. 25 Mrd. Euro festgelegt, es ist daher ggf. Eile geboten diese neue Hilfe zu beantragen.

 

Lohnsteuerfreier Corona-Bonus von bis zu 1.500 EUR 


Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern im Zeitraum 01.03.2020 bis 31.12.2020 einen lohnsteuerfreien Corona-Bonus zum laufenden Gehalt auszahlen. Diese Regelung betrifft auch Aushilfen/ Minijobber. Zudem muss keine Kausalität zwischen Bonuszahlung, Corona-Krise und individueller Betroffenheit des Arbeitnehmers vorliegen. 

 

Neue Verlustverrechnung von bereits geleisteter Steuervorauszahlungen 2019 und 2020


Bereits geleistete Steuervorauszahlungen für 2019 und das Q1/2020 können auf einen Antrag hin wieder zurückerstattet werden, wobei eine Verrechnung von Verlusten aus 2020 mit Gewinnen aus 2019 (begrenzt) möglich ist. Zudem kann in der Bilanz 2019 eine neue Corona-Rücklage gebildet werden.

 

Einführung der degressiven Abschreibung


Als steuerlicher Investitionsanreiz wird die degressive Abschreibung wieder eingeführt und zwar mit dem Faktor 2,5 der linearen AfA und max. 25% pro Jahr für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in den Steuerjahren 2020 und 2021. 


Weiterhin soll das Körperschaftsteuerrecht für GmbH’s modernisiert und hier ein sog. Optionsmodell für Personengesellschaften eingeführt werden, die Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer wird erhöht, es wird eine Prämie für Unternehmen für neue Auszubildende im Jahr 2020 von 2.000 EUR bzw. 3.000 EUR geben, Eltern erhalten für jedes kindergeldberechtigte Kind einen einmaligen Kinderbonus von 300 EUR, die Sozialversicherungsbeiträge sollen auf 40% stabilisiert werden und die E-Mobilität wird weiter gefördert durch eine neue (verdoppelte)  Innovationsprämie und eine günstige Versteuerung von E-Dienstwagen mir nur 0,25% des BLP bis zu einem Kaufpreis von nunmehr 60 TEUR.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema? – Ihr Team von Klinger & Partner Steuerberater  hilft Ihnen gerne weiter. Weitere Informationen finden Sie auf www.klinger-steuer.de im Bereich Downloads. Wir beraten Sie gerne!

Klinger & Partner mbB, Ihre Steuerberater in Reichelsheim und Bad König