Wichtige Änderungen im Lohnbereich im Jahr 2019

Neuregelungen im Bereich Minijob

Wie bereits durch die Medienwelt bekannt, hat sich der Mindestlohn ab dem 01.01.2019 auf € 9,19 erhöht. Besonders zu beachten ist dies bei Minijobbern. Um die Überschreitung der Grenze von € 450,00 zu verhindern, dürfen diese nunmehr maximal 48 Stunden monatlich arbeiten. Eine weitere Änderung ist etwas versteckt geregelt. Werden in Arbeitsverträgen von Minijobbern keine festen wöchentlichen oder monatlichen Arbeitszeiten vereinbart (Abrufarbeit), gilt seit dem 01.01.2019 als gesetzliche Vermutung zur vereinbarten Arbeitszeit eine solche von 20 Stunden als vereinbart. Dies bedeutet, dass dann die Grenze von € 450,00 monatlich überschritten wird und eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorliegt. Des Weiteren könnte der Arbeitnehmer den Lohn auf Basis der gesetzlich angenommenen Arbeitszeit von 20 Stunden einfordern, auch wenn er weniger gearbeitet hat. Dementsprechend ist zwingend darauf zu achten, die wöchentliche oder monatliche Arbeitszeit fest vertraglich zu regeln, was wir Ihnen hiermit empfehlen.

Arbeitnehmer mit Auslandstätigkeiten

Für Arbeitgeber, deren Arbeitnehmer im Ausland beruflich tätig werden (dazu zählt sowohl die Durchreise durch ein Land, um in ein anderes zu gelangen, sowie z.B. die Teilnahme an einer eintägigen Fortbildung im Ausland), gibt es seit dem 01.01.2019 neue Anforderungen. Vor Antritt der Reise ist eine sogenannte A1-Bescheinigung zu beantragen, welche der Arbeitnehmer während des kompletten Auslandsaufenthalts stets mit sich zu führen hat. Werden verschiedene Länder besucht, muss für jedes Land eine eigene Bescheinigung beantragt werden. Der Antrag kann nur auf elektronischem Weg erfolgen. Die Bescheinigung muss in Farbe ausgedruckt werden. Bei Nichtmitführen der A1- Bescheinigung drohen je nach Land Strafen von bis zu € 500.000,00.

Midijobs ab 01.07.2019: Übergangsbereich ersetzt Gleitzone

Bisher galt bei einem Arbeitsentgelt von mehr als 450 € und bis zu 850 € die sogenannte Gleitzonenregelung. Vorteil war und ist auch weiterhin, dass bis zu einer festgelegten Verdienstobergrenze verringerte Arbeitnehmerbeiträge gezahlt werden. Ab dem 01.07.2019 heißt die Gleitzone Übergangsbereich. Die Grenze wird angehoben von 850 € auf 1.300 €. Dies führt zu einer Entlastung für Arbeitnehmer, die mehr als 850 € verdienen. Nach der alten Gleitzonenregelung haben diese die vollen Beiträge zur Sozialversicherung geleistet. Dies ist nun erst ab einem Arbeitsentgelt ab 1.301 € der Fall. Ein zusätzlicher Vorteil entsteht den Arbeitnehmern in der Rentenversicherung. Bisher erwerben Arbeitnehmer geringere Rentenleistungen, da die Rentenversicherungsbeiträge nicht vom tatsächlichen Arbeitsentgelt, sondern von einer fiktiven reduzierten beitragspflichtigen Einnahme gezahlt wurden. Die gute Nachricht für Sie als Arbeitgeber zum Schluss: Trotz aller Änderungen besteht für Sie kein Handlungsbedarf. Die betroffenen Arbeitnehmer „rutschen“ automatisch in den neuen Übergangsbereich und genießen die Vorteile der niedrigeren Beitragszahlungen.

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