Arbeiten im Homeoffice vs. Abzugsfähigkeit eines häuslichen Arbeitszimmers - Wann kann was steuerlich geltend gemacht werden?

Durch die Corona-Pandemie ist die Homeoffice-Tätigkeit von Arbeitnehmern und Selbstständigen angestiegen. An die Abzugsfähigkeit von Kosten für ein Arbeitszimmer sind im Steuerrecht jedoch strenge Anforderungen geknöpft.

 

Der Begriff „häusliches Arbeitszimmer“ ist grundsätzlich nur unter den folgenden Voraussetzungen erfüllt:

  • Räumlicher Zusammenhang zur selbst genutzten Wohnung
  • Büromäßig ausgestattet
  • Nahezu ausschließlich betrieblich oder beruflich genutzt

    • Erfüllt, wenn vom Wohnraum abgetrennt und private Nutzung unter 10 %
    • Eine Arbeitsecke im Wohnzimmer reicht nicht aus!

 

Liegt ein „häusliches Arbeitszimmer“ vor, so sind drei Anwendungsfälle zu unterscheiden:

  1. Das Arbeitszimmer ist der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit = dann ist ein Vollabzug der angefallenen Aufwendungen möglich
  2. Das Arbeitszimmer ist nicht der Mittelpunkt, aber es steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung = dann ist ein beschränkter Abzug in Höhe von max. 1.250 EUR möglich
  3. In allen anderen Fällen ist kein Abzug der Aufwendungen möglich

Zu beachten ist hierbei jedoch, dass Kosten für Arbeitsmittel ( z. B. Schreibtisch, Bürostuhl, Laptop) von der Abzugsbeschränkung nicht betroffen sind. Diese bleiben in vollem Umfang abzugsfähig.

 

Aufgrund der Corona-Pandemie wurden Erleichterungen geschaffen, um die Kosten für ein „häusliches Arbeitszimmer“ geltend machen zu können:

  • Vollabzug der Aufwendungen bereits dann, wenn die Arbeitszeit zuhause überwiegt.
  • Beschränkung der Aufwendungen auf 1.250 EUR bereits dann, wenn zur Vermeidung von Kontakten teilweise aber nicht überwiegend zuhause gearbeitet wird. 

 

Außerdem wurde die Homeoffice-Pauschale in Höhe von 5 EUR/ Kalendertag eingeführt, die im Homeoffice tätige Steuerpflichtige als Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend machen können. Der Abzug ist jedoch auf max. 600 EUR / Kalenderjahr beschränkt. Die Pauschale kann angesetzt werden, wenn die Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer nicht erfüllt sind oder wenn auf den Abzug der Aufwendungen für ein vorliegendes häusliches Arbeitszimmer verzichtet wird. Die Anwendung der Pauschale ist befristet bis zum 31.12.2021, soll aber auch noch auf das Jahr 2022 erweitert werden.

 

Die Homeoffice-Pauschale kann jedoch nur für die Tage geltend gemacht werden, an denen der Steuerpflichtige ausschließlich von zuhause aus arbeitet. Wird hingegen eine Betätigungsstätte außerhalb der Wohnung aufgesucht, scheidet die Homeoffice-Pauschale aus und es ist lediglich die Entfernungspauschale oder Reisekosten abziehbar. 

 

Für weitere Informationen zur dargestellten Thematik steht Ihnen hier die DATEV-Mandanteninfo „Häusliches Arbeitszimmer“ zum Download bereit.

 

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