Optionsmöglichkeit für Personengesellschaften zur Körperschaftsteuer

Am 25.06.2021 hat der Bundesrat dem Gesetz zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts (KöMoG) zugestimmt, welches zum 01.01.2022 in Kraft treten wird. Der Gesetzgeber will die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Familienunternehmen in der Rechtsform einer KG oder OHG verbessern. Dies soll durch die Einführung einer Optionsmöglichkeit zur Körperschaftsteuer erreicht werden. Doch das Gesetz enthält auch noch weitere Änderungen im Bereich der Besteuerung von Gesellschaften und Gesellschaftern.

Günstigere Besteuerung

Nach dem KöMoG können alle Personenhandelsgesellschaften und Partnerschaftsgesellschaften ab dem Jahr 2022 beantragen, künftig wie eine Körperschaft/ Kapitalgesellschaft niedriger besteuert zu werden. Unverändert bleibt die zivilrechtliche Haftung der Gesellschafter für die geschuldete Körperschaft- und Gewerbesteuer. Zusätzlich ist auch ein Rückweg enthalten, eine Rückoption zur Besteuerung als Personengesellschaft.

Hoher Prüfungsaufwand und viele Unsicherheiten

Es sind hierbei jedoch zahlreiche Details und Sondervorschriften zu beachten und die Vorteile und Nachteile dieser Option für Personengesellschaften zugunsten eines laufenden Steuervorteils zur Gleichstellung mit einer GmbH sorgfältig im Vorfeld zu prüfen – sowohl auf Ebene der Gesellschaft als auch auf Ebene der Gesellschafter.

Langjährige Forderung

Seit vielen Jahren wurde gefordert, die reichlich komplexe Thesaurierungsbegünstigung des § 34a EStG für Personengesellschaften zu vereinfachen und zu verbessern. Der Gesetzgeber geht nun einen anderen Weg. Bereits Anfang März 2020 war aus dem Koalitionsausschuss zu vernehmen, dass ein sog. Optionsmodell eingeführt werden soll. Nach gut einem Jahr lag der Gesetzentwurf vor. Anstatt die bestehende Steuerbegünstigung bei einer Gewinnthesaurierung zu verbessern, erhalten bestimmte Personengesellschaften nun alternativ die Möglichkeit, sich wie eine Körperschaft/ Kapitalgesellschaft besteuern zu lassen.

Fazit

Zweifelsfrei kann das Optionsmodell für viele Personenhandelsgesellschaften eine interessante steuerliche Option sein. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass tendenziell eher die größeren und gewinnstarken Gesellschaften einen Wechsel vornehmen werden, während kleine und mittlere Personenhandelsgesellschaft in der bisherigen Besteuerung verbleiben. Probleme in der Praxis werden insbesondere in der Umsetzung liegen, da Vorgaben des Umwandlungssteuergesetzes zu beachten sind, funktional wesentliches Betriebsvermögen an Sperrfristen gebunden wird und der Gesellschaftsvertrag anzupassen ist.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema? – Ihr Team von Klinger & Partner Steuerberater hilft Ihnen gerne weiter. Weitere Informationen finden Sie auf www.klinger-steuer.de im Bereich Downloads. Wir beraten Sie gerne!

Klinger & Partner mbB, Ihre Steuerberater in Reichelsheim und Bad König