Überblick über das Gesetz zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus

Im Juni 2019 hat der Bundesrat endlich dem seit 2018 vorliegenden Gesetzesentwurf zugestimmt, so dass dieser somit quasi rückwirkend ab 1.1.2019 in Kraft treten konnte.

Überblick - Sonderabschreibungen für Mietwohnungsneubau - Zeitraum

Im neu eingefügten § 7b EStG finden sich die Regelungen für die Sonderabschreibung für den Mietwohnungsneubau. Begünstigt sind im Zeitraum nach dem 31.12.2018 bis 01.01.2022 mit einer Sonderabschreibung, wenn in diesem Zeitraum durch Baumaßnahmen neue Wohnungen hergestellt werden oder diese bis zum Ende des Jahres der Fertigstellung angeschafft (gekauft) werden. Letzmalig kann die Sonderabschreibung für den VZ 2026 in Anspruch genommen werden.

Höhe der Sonderabschreibung / Bemessungsgrundlage / Belegenheit der Wohnung

Im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den foglenden drei Jahren beträgt die Sonder-AfA bis zu 5% jährlich neben der normalen Abschreibung, welche in der Regel 2% beträgt. Die Bemessungsgrundlage wird allerdings auf max. 2.000 EUR / qm Wohnfläche begrenzt. Liegen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten darunter, sind diese in der tatsächlich angefallenen Höhe den Sonderabschreibungen zu Grunde zu legen.
Somit können in den ersten vier Jahren 20% Sonderabschreibung in Anspruch genommen werden.

Eine förderfähige Wohnung entsteht auch durch Baumaßnahmen an einem bestehenden Gebäude, wenn dadurch erstmals Wohnungen entstehen, z.B. durch Umbaumaßnahmen. Auch der Ausbau eines bisher nicht genutzten Dachgeschosses zu einer Wohnung ist förderfähig.

Die neu geschaffenen Wohnungen müssen in einem Mitgliedstaat der EU belegen sein.

Verstoß gegen die Nutzungsvoraussetzungen / Baukostenobergrenze

Es gibt drei wichtige Dinge zu beachten:

1. Die Baukosten dürfen die Baukostenobergrenze von 3.000 EUR / qm Wohnfläche nicht überschreiten, diese darf auch durch nachträgliche AHK in den ersten drei Jahren nach Anschaffung oder Herstellung nicht überschritten werden, sonst wird die Sonderabschreibung nachträglich gestrichen. Der Gesetzgeber will somit günstige Wohnungen fördern und keine Luxusmitwohnungen.

2. Die begünstigte Wohnung muss im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden neun Jahren entgeltlich zu Wohnzwecken überlassen werden. Die Wohnungen müssen somit 10 Jahre lang vermietet werden.

3. Die begünstige Wohnung darf 10 Jahre lang nicht veräußert werden.

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