Steuerliche Abzugsfähigkeit eines Damnums/Disagios im Rahmen einer Darlehensaufnahme

Bei einem Damnum handelt es sich um den Differenzbetrag zwischen dem Auszahlungsbetrag eines Darlehens und dem sogenannten Nennbetrag, also dem Rückzahlungsbetrag.

Hier war jahrelang strittig, in welcher Höhe ein Damnum steuerlich marktüblich und somit steuerlich abzugsfähig ist.

Nach bisheriger Auffassung des Finanzamts galt ein Damnum bis 5% als marktüblich bei einer Zinsbindungsfrist von mindestens 5 Jahren. Bei kurzfristigen Darlehen bis 5 Jahren  wurde ein Damnum deshalb steuerlich nicht anerkannt.

Änderung: Die Marktüblichkeit richtet sich nach den derzeitigen Situationen am Finanzmarkt. Somit ist nach neuer Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs ein Damnum auch > 5% als marktüblich anzusehen, da dies durch die Vergabe des Darlehens (durch eine Bank), die aktuelle Lage des Finanzmarktes abbildet.

Hinweis: Bei bilanzierenden Unternehmen wird das Damnum über die Laufzeit des Darlehens oder über die Laufzeit der Zinsbindungsfrist verteilt.
Bei Einnahmenüberschussrechnern wird dieses sofort als Aufwand berücksichtigt.