NEU: Kassennachschau ab 01.01.2018

Ob für eine geschäftliche Kasse eine Geldkassette, Registrierkasse oder gar eine Dose genutzt wird, ist weder von Seiten des Gesetzgebers noch vom Finanzamt vorgeschrieben.
Bei einer sog. offenen Ladenkasse, sind jedoch zusätzliche Aufzeichnungen zu führen. So muss durch eine körperliche Bestandsaufnahme (zählen der in der Kasse befindlichen Geldscheine und –münzen) mit Hilfe von Zählprotokollen, welche zusätzlich zum Kassenbericht zu führen sind, der Tagesendbestand ermittelt werden. Dies kann gegenüber dem Finanzamt als Nachweis erbracht werden, dass der Tagesendbestand gemäß Kassenbericht auch mit dem tatsächlichen Tagesendbestand übereinstimmt. Zudem müssen diese Aufzeichnungen zeitnah und somit täglich und nicht erst am Ende einer Woche oder gar eines Monats geführt werden. Eine weitere Anforderung an einen Kassenbericht und das Zählprotokoll ist, dass diese nicht abänderbar  sein dürfen, da diese ansonsten nicht den Grundsätzen der ordnungsmäßigen Buchführung entsprechen. Somit sind Aufzeichnungen  z.B. mit MS-Excel nicht zulässig. Sollten jedoch Korrekturen aufgrund von Aufzeichnungsfehlern passieren, so müssen die vorgenommen Änderungen ersichtlich gemacht werden.

Warum der Aufwand mit zusätzlichen Aufzeichnungspflichten?
Seit dem 01.01.2018 hat das Finanzamt die Möglichkeit eine sog. Kassennachschau durchzuführen. Dies kann vom Finanzamt jederzeit und ohne vorherige Ankündigung erfolgen.

Wie könnte eine Kassennachschau ablaufen?
Ein Finanzbeamter kann während der gewöhnlichen Öffnungszeiten das Geschäft eines Steuerpflichtigen besuchen und die Kassenführung beobachten. Der Finanzbeamte muss sich als solcher zuerst nicht ausweisen. Möchte dieser anschließend Einsicht in die Kassenbuchführung nehmen, so muss sich dieser ausweisen und kann nun alle Unterlagen anfordern und prüfen, ob auch der Kassenbestand gem. den Aufzeichnungen mit dem tatsächlichen Kassenbestand übereinstimmt (jederzeitige Kassensturzfähigkeit). Werden während dieser Prüfung Fehler festgestellt, kann der Finanzbeamte eine betriebliche Außenprüfung anordnen.

Welche Optionen gibt es?
Als Unternehmer haben Sie folgende Möglichkeiten:
1. Sie behalten Ihre „offene Ladenkasse“ bei und führen die zusätzliche Aufzeichnungen (Zählprotokoll, etc.).
2. Sie kaufen sich eine Registrierkasse, die den Grundsätzen der ordnungsmäßigen Buchführung entspricht.
3. Sie verzichten, sofern möglich, auf eine „offene Ladenkasse“ (d.h. keine Bareinnahmen, nur noch Überweisungen)

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