Haushaltsnahe Dienstleistungen und haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse

Schon seit einigen Jahren besteht die Möglichkeit, im Rahmen des § 35 a EStG, haushaltnahe Dienstleistungen, haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Handwerkerleistungen steuerlich zu berücksichtigen. Mit dem neuen Schreiben des BMF vom 09.11.2016 
(BStBl 1016 I S. 1213) werden weitere Klarstellungen bezüglich der Voraussetzungen zur steuerlichen Berücksichtigung sowie der Abgrenzungen der einzelnen Dienstleistungen untereinander vorgenommen. So können unter bestimmten Voraussetzungen Kosten für den Hausanschluss an öffentliche Netze, Funktionsüberprüfungen von Anlagen o.ä., Hausnotrufe und Betreuungskosten für Tiere im eigenen Haushalt steuermindernd angesetzt werden. Diese Neuerungen können noch rückwirkend in allen offenen Fällen angewendet werden.

Welche Aufwendungen können nach § 35 a EStG steuerlich mindernd angesetzt werden?

Drei verschiedene Aufwendungsarten fallen unter den o.g. Paragraphen:

1.Unter den Begriff der haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnisse fallen alle Leistungen, die grundsätzlich im Haushalt anfallen können und welche von einer dritten Person (grundsätzlich nicht von einer in erster Linie verwandten Person) im Rahmen eines Minijobs ausgeführt werden. Aber auch Aufwendungen die im Rahmen einer WEG für diese Art von Dienstleistungen entstanden sind und diese per Jahresabrechnung auf die Mieter umlegt, kann in der eigenen Einkommensteuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistung berücksichtigt werden.

2. Neben dem eben genannten Beschäftigungsverhältnis gibt es auch noch die sog. haushaltsnahen Dienstleistungen. Hierunter fallen, wie bereits oben erwähnt Aufwendungen die im Haushalt anfallen können. Hierzu zählen z.B. Aufwendungen für einen Hausnotruf, jedoch nur, wenn dies separat abgerechnet werden und Aufwendungen für Pflegeleistungen, etc. in Heimen. Nicht zu den berücksichtigungsfähigen Leistungen zählen z.B. Müllabfuhrgebühren, Verwaltergebühren, etc. Des Weiteren sind Kosten für

3. Handwerkerleistungen steuerlich abzugsfähig. Dies wird allerdings begrenzt auf die anteiligen Kosten für die reine Arbeitszeit (sogenannter Dienstleistungsanteil). Materialien oder andere Hilfsmittel finden keine Berücksichtigung und sind nicht abzugsfähig. Grundsätzlich zählen hierzu Reparaturen, Erneuerungen, etc. im Haushalt des Steuerpflichtigen. Eine Notwendigkeit der Handwerkerleistung muss nicht  gegeben sein. Aufwendungen welche jedoch im Rahmen eines Neubaus anfallen, werden nicht zu den Handwerkerleistungen gezählt.

Voraussetzungen für eine Berücksichtigung bei der Einkommensteuererklärung
Grundsätzlich müssen bei der Überprüfung ob eine Leistung nach § 35 a EStG vorliegt, die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Die Dienstleistung muss im Eigenheim, der Zweitwohnung oder einer tatsächlich durch den Steuerpflichtigen genutzten Wohnung erbracht werden. Aber auch Dienstleistungen, welche nicht direkt im Haushalt des Steuerpflichtigen ausgeführt werden, können unter bestimmten Voraussetzungen berücksichtigt werden.

2. Es muss sich um eine Leistung (haushaltsnahe Dienstleistung, haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis oder Handwerkerleistung) im Sinne des § 35 a EStG handeln.

3. Die Aufwendungen des Steuerpflichtigen dürfen nur nach § 35 a EStG steuerlich abzugsfähig sein (keine Werbungskosten, Sonderausgaben, etc.).

4. Bei haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen und Dienstleistungen müssen Nachweise der Minijob-Zentrale, Lohnsteuerzahlungen, etc. vorliegen.

5. Bei Handwerkerleistungen muss eine Rechnung über die erbrachte Dienstleistung mit dem Steuerpflichtigen als Empfänger, welche mittels Banküberweisung beglichen wurde, vorhanden sein.

Wie hoch ist die steuerliche Auswirkung?
Sind die oben genannten Voraussetzungen erfüllt, so kann eine Einordnung der Dienstleistung erfolgen. Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse sind zu 20 % maximal 510,00 € im Jahr steuermindernd zu berücksichtigen. Dies gilt auch für haushaltsnahe Dienstleistungen, welche jedoch bis zu 4.000,00 € im Jahr berücksichtigt werden können. Handwerkerleistungen, d.h. die reine Arbeitszeit inkl. Umsatzsteuer, kann bis zu maximal 1.200,00 € im Jahr steuermindernd angesetzt werden.

Klinger & Partner, Ihre Steuerberater in Reichelsheim und Bad König
www.klinger-steuer.de
Wir beraten Sie gerne